Was hatten wir uns auf diesen Urlaub gefreut. Bereits seit Monaten fieberten wir dieser Woche entgegen, die wir zum ersten Mal in der Historie unserer kleinen Familie im Ausland verbringen wollten. Doch wie würde der erste Flug unseren kleinen Damen bekommen? Und was würde uns auf der „Deutschen liebsten Insel“ erwarten? Der Reihe nach.

Schon Ende 2016 hatten wir uns vorgenommen 2017 mal etwas anderes zu machen. 2015 hatten wir die wunderschöne Ecke in Mirow auf der Mecklenburger Seenplatte unsicher gemacht. Den Biberferienhof, auf dem wir einige sehr schöne Tage verbrachten, kann ich Familien übrigens sehr empfehlen (Blogartikel). Eben weil man sich bei uns an der Seenplatte fühlt wie in Schweden waren wir auch in 2016 wieder mit den Kids an der „Platte“, dieses Mal in Plau am See. (Blogartikel). Nun wollten wir allerdings mal etwas weiterfahren. Besser gesagt fliegen.

Seit K1 die 1. Klasse besucht kommen auch wir ja nicht drum herum unseren Urlaub nach den Schulferien zu planen. Da wir den Sommer allerdings gern an unserem eigenen Strand in Warnemünde genießen, beschlossen wir, in den Osterferien ins Warme zu reisen. Da es der erste Flug für die Kinder sein würde wollten wir keinen 8,5-stündigen Transatlantik-Flug ansetzen. Also buchten wir Mallorca. Genauer gesagt ein familienfreundliches Hotel im Süd-Osten in Colonia Sant Jordi. Wir kannten die Ecke noch nicht und waren gespannt.

Am Montag vor Ostern ging´s los. Die aufgeregten Mädels hatten ihre Puppen eingepackt. Wir fuhren mit „Harry“, so nennen die Kinder unseren alten Mitsubishi, nach Hamburg. Der Familienurlaub konnte beginnen.

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Angekommen am Willy Brandt-Airport in Hamburg, stiegen wir in den „Vogel“ und hofften, dass unsere Mädchen den Flug gut überstehen würden. Als wir dann endlich auf unseren Plätzen saßen passierte allerdings erstmal – nichts. Nach 10 Minuten machte der Pilot eine Durchsage. Angeblich würden wir noch auf einen Passagier warten. Nach weiteren 5 Minuten hieß es:

„Liebe Gäste, es hat sich eine neue Situation ergeben. Der Passagier hat sich entschlossen, jetzt doch nicht mehr mit uns zu fliegen. Wir werden also sein Gepäck raussuchen und starten dann in 5-10 Minuten.“

Allerdings starteten wir dann nicht, sondern hörten eine weitere Durchsage:

„Es hat sich nun noch eine neue Situation ergeben. Die Frau des Passagiers hat sich entschieden, nun auch nicht mehr mit uns zu fliegen und ist ausgestiegen. Wir suchen also auch noch ihr Gepäck heraus und werden dann endlich los fliegen.“

Und wir alle so:

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Eine geschlagene halbe Stunde saßen wir im Flieger und warteten. Dazu war meine Frau „leicht angesäuert“, weil ich vergessen hatte, die Kinderbücher in das Handgepäck zu legen. Die Kinderbücher, die in einem stundenlangen Auswahlprozess zuhause für den Flug ausgesucht worden waren.

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Unglücklicherweise gab es auch keine Filme zu sehen, weil es kein Langstreckenflug war. Nun hatte sie das besondere Vergnügen, unsere beide Mäuse 2,5 Stunden zu bespaßen. Das gelang ihr als erprobte Profi-Mom natürlich sehr gut.

Und auch die Aussicht half beim Entertainment der Kids etwas. (Redete ich mir ein.) Ich selbst hatte einen Platz in der Reihe vor den Dreien.

#Familienurlaub ist offiziell gestartet. #überdenwolken #daddymodus #osterferien #airberlin #abovetheclouds

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Das Hotel erreichten wir dann abends gegen 21 Uhr und stürzten uns erstmal hungrig auf das reichhaltige Buffet. Überhaupt das Buffet. Da werden täglich unzählige Köstlichkeiten aufgefahren.

Mallorquinische Küche, Meeresfrüchte, Salate, Steaks, Fasane, alles. Und was essen die Kinder? Jeden Tag Nudeln. Mit Ketchup. Keine Kompromisse.

Am nächsten Morgen ging`s erstmal in die „City“ von Colonia Sant Jordi, zu deutsch „Kolonie des heiligen Georgs“. CSJ ist ein beschaulicher Küstenort in der Gemeinde Ses Salines. Der ehemalige Fischerort hatte sich in den letzten Jahre durch die in der Nähe liegenden Strände von es Trenc, es Dolç und es Carbó zu einem stark frequentierten Ferienort mit knapp 3000 Einwohnern entwickelt.

Da wir im April in der Vorsaion vor Ort waren, blieben wir verschont von Tourimassen, konnten aber trotzdem schon angenehme 23 Grad genießen. Der Frühling auf Mallorca ist für uns Deutschen natürlich herrlich. Die Mandelbäume blühen. Man sitzt draußen in der Sonne und trinkt einen Kaffee. Die Spanier erleben das allerdings etwas anders.

Natürlich erkundeten wir auch die Gegend in unserer Urlaubswoche – so gut es mit zwei kleinen Kindern eben geht. Ein Highlight war die Bootstour zur Insel Cabrera. Sie ist eine der kleineren der zu Spanien gehörenden balearischen Inseln und befindet sich südlich von Mallorca.

IMG_20170413_110320.jpgUnterwegs sahen wir sogar zwei kleine Haie – zur großen Freude der Kids. Auf der Insel besichtigten wir eine alte Festung, die im 14. Jahrhundert zur Verteidigung vor den Piraten errichtet worden war. Außerdem gab es jede Menge schwarzer Salamander zu bestaunen.

Wieder zurück wurden die Kinder bei der Kinderdisco von den Animateuren unterhalten. Die hatten da tatsächlich jeden Abend nach dem Abendessen eine Kidsparty in einem großen Saal.

Auf der Tanzfläche bouncten die Kids, am Rand saßen die Eltern. K1 und K2 liebten es. Und auch auch meine Frau und ich wussten die Zeit sinnvoll zu nutzen 😉

Dass unsere große Tochter schnell Kontakte knüpft hatte ich hier im Blog ja schon mal beschrieben. Auch bei uns in der Hotelanlage, die zum Glück über einen beheizten Pool verfügte, wurden schnell wieder Urlaubsbekanntschaften geschlossen.

„Guck mal Papa, das ist meine neue Freundin.“

Aha. Guck an. Tolle Sache.

An einem anderen Tag fuhren wir mit einem Mietwagen nach Manacor, der zweitgrößten Stadt Mallorcas. Dort besichtigten wir die Perlenfabrik „Majorica“. Darauf hatten die Mädchen bestanden. „Fasziniert“ begleitete ich meine drei Damen durch Museum und Shop.

Anschließend fuhren wir ins benachbarte Porto Cristo und besichtigten die Drachenhöhlen, was ich wiederum sehr cool fand. Sollte man als Familie unbedingt machen, wenn man in der Nähe ist.

Abends waren wir entsprechend platt. Tatsächlich schafften meine Frau und ich es an keinem der 7 Abende wirklich lange wach zu bleiben, nachdem die Kinder eingeschlafen waren.

Schließlich bedeutet Familienurlaub ja zu großen Teilen auch immer Kinderanimation. Und Streit schlichten. Und Kompromisse herbei führen. Und und und. Das kostet Kraft.

Ostern durften die Kinder, die sich übrigens sehr darüber freuten, dass es KIKA auf dem Hotelzimmer gab, ihre Ostereier unter Palmen suchen. Das war dann mal was ganz Besonderes. Am letzten Tag ging`s nochmal an den Strand.

Colonia Sant Jordi ist ja auf einer kleinen Halbinsel gelegen, so dass man eigentlich zu fast allen Seiten von Wasser umgeben ist.

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Das Mittelmeer hatte zwar erst 16 Grad, aber das ist für uns Fischköppe von der Ostsee ja kein Grund nicht darin zu baden. Neben einem kleinen Hafen und mehreren Stränden gibt es auch einen kleinen Leuchtturm.

Das angenehme Klima wollten wir am Ende gar nicht mehr missen. Von uns aus hätte es gern noch ein paar Tage länger dauern können 😉

Unser Hotel gehörte zur Kette der BLAU-Resorts und war für Familien bestens aufgestellt. Die Anlage war sehr gepflegt. Neben 3 Pools und einem Spa-Bereich gab es auch mehrere Tennisplätze und einen großen Spielplatz für die Kinder. Insgesamt vergebe ich die Schulnote 2. Könnt ihr hier mal checken bei Interesse.

Den Frühling kann ich allen Familien als Urlaubszeit auf Mallorca nur empfehlen. Die Kinder können am Wasser buddeln, es ist noch nicht so voll und kostet aufgrund der Nebensaison auch weniger. Und man fliegt halt nicht ewig. Apropos.

Der Rückflug startete Gott sei Dank ohne Verspätung. Als wir allerdings in Hamburg landeten passierte folgendes. Als der Pilot das Signal zum Abschnallen gab sprang die gesamte Belegschaft (wie immer) hektisch auf, öffnete die Gepäckklappen über den Sitzen und griff sich das Handgepäck, bereit loszustürmen wie ein Quarterback beim Superbowl. Allerdings öffnete sich die Tür zum Aussteigen nicht.

Da wir einen späten Flug gebucht hatten war es mittlerweile bereits 22:45 Uhr. Die Kinder waren gelinde gesagt ziemlich müde. Aber nichts passierte. Die Minuten vergangen, der Mob wurde unruhig. Und K2 fing mit einmal auch noch an zu heulen: „PULLERN!“ Worst Case für uns. Wir befanden uns nämlich ziemlich genau in der Mitte des Fliegers. Eingepfercht zwischen 200 anderen Passagieren. Es gab kein Vor und kein Zurück.

Also versuchten wir die Kleine zu beruhigen. „Es geht gleich los, Schatz! Bestimmt!“ Der Plan war, bei grünem Licht schnellstmöglich die Flugschleuse zum Gate zu durchqueren und dann „in die nächste Toilette zu springen“, denn wir hatten mit K2 schon einige ähnliche Situationen erlebt, die offen gesagt suboptimal endeten. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Da der Pilot unsere Boeing ziemlich weit entfernt vom Gate geparkt hatte waren wir auf Shuttle-Busse angewiesen. Also nix mit schnell raus und Wasser lassen.

Dann kam die nächste Durchsage vom Piloten: „Leider ist noch keine Brücke und kein Shuttlebus in Sicht. Wir müssen leider noch etwas abwarten.“ Verdammt!

Nach weiteren, endlosen 10 Minuten konnten wir die Maschine endlich verlassen. Der erste Bus fuhr uns natürlich direkt vor der Nase weg. Wir standen im eiskalten Nieselregen und warteten auf den nächsten Zubringer – immer in der Angst, dass K2 hier gleich den Airport bewässern würde. Dann ab in den nächsten Bus, zum Gate und aufs Klo. Hektik pur!

„Warum ist das hier denn so kalt?“ fragte K2 mich, während Mama mit der Lütten die sanitären Anlagen besuchte. „Gute Frage, Schatz. Das verstehe ich auch nicht.“


Wie war euer letzter Familienurlaub? Wo sollte man mit den Kindern unbedingt mal hinfahren? Schreibt´s mir in die Kommentare. Bin gespannt.


Weitere Bilder von unserem Urlaub gibt es auf meinem Instagram-Channel: www.instagram.com/gabrealness

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