Den digitalen Wandel gestalten. Wie wir die Mitarbeiter bei der OSPA an Bord holen

Sharing is caring!

Wer meinen Blog verfolgt weiß, dass Familie für mich das Wichtigste ist. Trotzdem geniesse ich es immer wieder, den Alltag auch mal hinter mir zu lassen. Letzte Woche gab es mal wieder einen schönen Anlass, um in meine zweite Heimat, nach Hamburg zu fahren. Ich war zum „Collaboration Summit“ eingeladen worden, um die Erfahrungen unseres Digitalisierungsprojekts in der OSPA zu teilen.

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Apropos teilen. Wenn Sabine Kluge wiederum nicht in ihrem Blog bei LinkedIn geteilt hätte, was wir aktuell mit „Working Out Loud“ & Co auf die Beine stellen, wäre man gar nicht auf mich aufmerksam geworden. Von daher möchte auch ich hier gern teilen, welche Learnings ich in Hamburg beim #CoSu17 präsentieren durfte.

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Abwarten oder loslegen?

So spannend das Thema „Digitaler Wandel“ momentan für viele Unternehmen ist, so dankbar sind sie, wenn es erst einmal die anderen sind, die investieren und ihre Erfahrungen machen. Wir zählen als OSPA definitiv zur zweiten Gruppe, denn wir glauben, dass Abwarten keine Option ist. Daher erreichen uns aktuell viele Anfragen. „Wie macht ihr das mit eurem Social Intranet?“ „Wir haben gehört, ihr nutzt eine Quiz-App?“ oder auch „Lohnt sich das wirklich, wenn ihr ein internes OSPA-YouTube“ aufzieht?“

Ja, es lohnt sich.

Social Collaboration in der Sparkasse?

Da Sparkassen nicht unbedingt als Innovationstreiber gelten, ist das Interesse an unseren Projekten entsprechend groß. Erst kürzlich war ich zum Beispiel im hessischen Kassel auf der #kgst17 zu Gast und durfte über den digitalen Wandel in unserem Haus berichten (Blogartikel dazu hier lesen). Seit wir im Frühjahr 2015 mit IBM Connections unser eigenes, internes Social Network eingeführt hatten war einiges passiert. Wir erkannten, dass sich unsere Kultur ändern muss, dass wir lernen müssen, offen und vernetzt zusammenzuarbeiten und nicht nur die Ergebnisse, sondern auch den Weg dahin zu kommunizieren. Dieser Change ist natürlich auch für eine Sparkasse eine große Herausforderung, aber wir haben gesagt: Hey, wir müssen was tun!

Change is neither good or bad. It simply is. (Don Draper) // Mad Men, Season 3, Love Among the Ruins

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Über den Dächern der Stadt

Was wir an konkreten Maßnahmen unternommen hatten, um den digitalen Wandel voranzutreiben berichtete ich auch beim Collaboration Summit im Hamburger Atlantikhaus, zu dem die Digital-Agentur Hansevision geladen hatte. An dieses Haus hatte ich gute Erinnerungen. Hier hatte ich 2008 ein Volontariat im Projektmanagement der Werbeagentur Stein Promotions absolviert, dabei viel gelernt und ein Netzwerk aufgebaut, das teilweise bis heute hält.

Digital Workplace

Der #CoSu17 fand unter dem Motto „Zusammenarbeit im digitalen Wandel – Arbeitsplatz der Zukunft“ statt und war aufgrund der großen Nachfrage ausgebucht. Schon nachmittags stellte Sabine Kluge „Working Out Loud“ als Methode vor, das Social Networking zu erlernen. Die Konferenz fand dann abends im 20. Stock statt – mit fantastischem Ausblick über den Hamburger Hafen.

Nicole Thurn, die auf newworkstories.com bloggt, moderierte den Abend und kündigte den digitalen Sparkassen-Menschen aus Rostock (mich) an mit:

„Und außerdem ist er auch noch Rapper!“

Große Augen beim anzugtragenden Publikum.

Was es nicht alles gibt.

Ich berichtete von den alten Hierarchiepyramiden und Wissenssilos bei uns im Unternehmen, von der disruptiven Digitalisierung in der Finanzbranche, von der Erkenntnis zu handeln und der Konsequenz, ein Social Intranet einzuführen. Dieses heißt bei uns „OSPA Connect“ und wird mittlerweile aktiv genutzt. In über 700 Communitys wird gebloggt, kommentiert und empfohlen.

Wir sind auf einem guten Weg.

Natürlich lief es auch bei uns so, wie es bei jedem anderen Projekt läuft.  Nach der ersten Euphorie und der großen Neugier folgte irgendwann die Ernüchterung.

„Das betrifft ja auch mich! ICH soll mich ja ändern!“

Bei der digitalen Transformation geht es ja ganz stark um die Kultur eines Unternehmens. Und ein Tool allein allein kann natürlich keinen Kulturwandel hervorrufen. Dafür muss man viel tun. Wir hatten mit der Mitarbeitermesse OSPA Live 2.0 einen Grundstein dafür gelegt, dass „miteinander reden“ ein Topthema bleibt.

Change ist schließlich erklärungsbedürftig.

Wir haben in den letzten Jahren und Monaten sehr viel über Social Collaboration in unserm Haus gelernt. Am Ende kann man es runterbreche auf 5 zentrale Learnings aus unserem Digitalisierungsprojekt in der OSPA, die ich am Ende meines Vortrags teilte.

Dabei ist uns gerade der letzte Punkt „Digitale Reife“ ziemlich wichtig. Wir glauben, dass es sich lohnt, die ganze Crew immer wieder zu coachen und gemeinsam darüber zu nachzudenken, warum und wie wir anders zusammenarbeiten müssen. Warum Vernetzung alternativlos ist. Und genau hier kommt auch „Working Out Loud“ ins Spiel.

Working Out Loud: Teilen lernen

Im Sommer hatten wir uns hingesetzt und gesagt: Komm wir probieren das mal aus. Sabine und Alexander Kluge hatten uns erklärt, wie WOL funktioniert. Wir bildeten 5 Circles, die sich Ziele setzten und 12 Wochen lang treffen wollten, um sich über die Vernetzung auszutauschen, die dabei hilft, das gesetzte Ziel zu erreichen.

Der New Yorker John Stepper hatte diese Methode vor einigen Jahren entwickelt und mittlerweile Nachahmer in großen deutschen Konzernen wie Audi, BMW, Continental, Bosch, Siemens und der Deutschen Telekom gefunden. Dabei geht es darum, teilen zu lernen. Man setzt sich ein Ziel und „robbt sich ran“, in dem man bekannte oder auch fremde Experten auf diesem Gebiet kontaktiert.

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Es geht also um ein gezieltes Networking, bei dem man Erfahrungen teilt und keineswegs vorgibt, perfekt zu sein. Wir sind mit #WOL auf jeden Fall mitten im Lernprozess und merken gerade, wie wichtig das Thema auch für uns als Sparkasse ist.

In den Slides meines Vortrags sind die großen Punkte unseres Digital-Projekts noch einmal zusammengefasst.

Nach meinem Vortrag stießen wir noch auf den 18. Geburtstag des Gastgebers, der Hansevision, an. Am nächsten Tag fuhr ich wieder zurück nach Hause, wurde allerdings schnell eingeholt von der Realität der heimischen Familie 🙂

Fazit: Nur geteiltes Wissen ist Macht!

Ich erinnere mich an ein altes Kinderlied, das bei uns früher zuhause oft lief: „Teilen macht Spaß!“ Ich hoffe, dass wir alle immer mehr lernen, wie wichtig teilen heutzutage auch im Zuge der Digitalisierung ist. Wer selbst offen kommuniziert und das teilt, was ihn beschäftigt, der ist nicht nur glaubwürdig, dem wird auch Vertrauen geschenkt. Insofern ist es wichtig, dass wir mehr Wert auf das „Geben“ legen. „Nur geteiltes Wissen ist Macht!“ sagte Frank Berg, Vorstandsvorsitzender der OstseeSparkasse Rostock im Juli 2015 in einem Interview zur Einführung unseres Social Intranets. Nuff said.


Habt Ihr Fragen oder Anmerkungen? Wie läuft es bei euch? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Schreibt´s mir in die Kommentare. Bin gespannt.


Weiterführende Links:

Mit sozialer Vernetzung Zukunft sichern: OstseeSparkasse goes Community – und das macht sie super! (LinkedIn Artikel Sabine Kluge, Global Program Manager Learning and Development bei Siemens AG)

Social Intranet der OstseeSparkasse Rostock  verbindet Interne Unternehmenskommunikation und interaktive Zusammenarbeit (Time 2 Act)

Social Collaboration bei der OstseeSparkasse Rostock (Communardo)

OstseeSparkasse – Mitarbeiter vernetzen, Wissen teilen (Kluge Consulting)

OstseeSparkasse Rostock bildet Mitarbeiter per Gamification weiter – per Quiz „spielend leicht“(IT-Finanzmagazin)

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5 Gedanken zu “Den digitalen Wandel gestalten. Wie wir die Mitarbeiter bei der OSPA an Bord holen

  1. Hi Gabriel, echt klasse. Finde gut, wie Ihr euch mit dem Thema beschäftigt und welchen Weg ihr diesbzgl. geht. Würde mir wünschen, dass viel mehr Unternehmen die Notwendigkeit erkennen und aktiv werden. Und da hierzu ersteinmal das Mindset stimmen muss (da stimme ich Dir zu), ist es primär keine Frage des Budgets als Totschlagargument. Also… alles Gute auf dem weiteren Weg, René

  2. Das erscheinen mir die absoluten Basics zu sein, welche im Mittelpunkt standen. Ist es es wirklich so profan? Und verniedlicht es nicht die wirklichen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsplätze?
    Danke für Ihre Rückmeldung und beste Grüße Mirko Laumann

    • Hallo Mirko, ja natürlich hat die Digitalisierung zwei Seiten. Es wird nicht alles persé besser. Es verändert sich halt und die Frage ist, was machen wir draus. Natürlich werden Jobs wegfallen und genau deshalb muss sich jeder auch fragen, wie er sich selber transformiert und weiterentwickelt. Das kann durch Vernetzung im Unternehmen gelingen. Denn nur durch den Dialog erfährt man ja von neuen Chancen und Gelegenheiten – auch für neue Aufgaben.

      • Hallo Gabriel,
        gern würde ich mich mit dir dazu mal persönlich austauschen. Eine große Herausforderung hierbei scheint die Motivation der Mitarbeiter selbst zu sein: offensichtlich fehlt dem größten Teil davon das „big picture“ zu diesem Prozess und den folgenden Konsequenzen … spannend fand ich übrigens den Bericht des Vorstandes der SK zu der BildungsApp und deren Nutzung 🙂
        Besteht die Möglichkeit, mal miteinander zu telefonieren?
        Danke für deine Rückmeldung.

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