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Social Collaboration in einer Sparkasse? Mein Interview über unser Digitalisierungsprojekt in der OSPA

Wie ich kürzlich schon in Hamburg beim „Collaboration Summit“ berichtete unternehmen wir bei der OSPA in Rostock einiges, um die digitale Vernetzung voranzutreiben. Über die Arbeit mit unserem Social Intranet, unserer Mitarbeiter-App und neuen Methoden wie „Working Out Loud“ interviewte mich Alicia von Tandemploy, die ich noch aus alten magnum12-Zeiten kenne.

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Hier gibt´s das Interview:

Alicia Metz: Ihr macht einiges zum Thema Social Collaboration in der OstseeSparkasse Rostock. Welche Projekte gibt es da genau?

Seit vielen Jahren gab es bei uns ein Intranet, so wie viele Unternehmen es kennen. Viele Informationen wurden bereit gestellt, aber eine Vernetzung gab es nicht. 2014 beschäftigten wir uns dann erstmals mit den neuen Möglichkeiten eines Social Intranets, um digitale Collaboration zu ermöglichen. Wir haben ja mit unserer Filialstruktur und über 40 Filialen in der Fläche eine besondere Herausforderung. Vernetzung war uns immer extrem wichtig.

Dank externer Beratung konnten wir unsere neue Kommunikationsplattform OSPA Connect, die auf IBM Connections basiert, einführen. Seitdem arbeiten wir daran, das Thema intern zu etablieren. Dabei geht es immer wieder darum, Erfolgsgeschichten zu produzieren und zu erzählen. Die Mitarbeiter arbeiten schließlich nur damit, wenn man die Vorteile klar aufzeigt.

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Alicia Metz: Sparkassen verbindet man nicht unbedingt sofort mit Digitalisierung & Innovation. Wie kommt es, dass ihr Vorreiter seid? Wie sind die Projekte bei euch entstanden?

Wir sind als Haus in vielen Hinsichten anders. Wir schließen zum Beispiel entgegen dem Trend auch keine Filiale, sondern modernisieren und eröffnen sogar neu. Wir glauben, dass man gerade in Zeiten grosser Herausforderungen investieren muss und eher einen Schritt nach vorne als zurück gehen muss. Wir haben uns schon lange beraten lassen, was digitale Projekte angeht. So konnten wir auch von den Erfahrungen anderer Unternehmen profitieren, die bereits mit dem Thema Social Collaboration unterwegs sind.

Dann haben wir einen Schlachtplan erstellt, wie wir bei uns vorgehen wollen. Gestartet sind wir mit einer grossen Mitarbeitermesse zum Thema Digitalisierung. Schliesslich geht es um die Kultur bei der Zusammenarbeit. Bis heute coachen wir immer wieder Teams und reden miteinander. Warum soll man denn die Mail nun weglassen? Warum laut arbeiten? Darüber muss man sich austauschen.

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Alicia Metz: Was ist seit dem alles passiert? Was haben die Projekte angestoßen?

Wir haben im Frühjahr 2015 das Connectoren-Projekt gestartet. Das sind Freiwillige aus dem ganzen Unternehmen, die Lust haben, den digitalen Wandel bei uns in der OSPA mitzugestalten. Wir treffen uns regelmäßig, entwickeln Aktionen wie zum Beispiel den „Tag des vollständigen Profils“, planen Erklärvideos, diskutieren, wie wir die Führungskräfte besser einbinden können etc. Mittlerweile sind das wichtige Multiplikatoren, die als Ansprechpartner in vielen Abteilungen bekannt sind. Dann haben wir zum Beispiel das Thema „Digitale Reife“ aufgenommen und haben gesagt, dass wir die Mitarbeiter spielerisch an digitale Medien ranführen wollen.

Also haben wir eine App gelauncht, die sich alle Mitarbeiter aus dem Google Play Store und dem Apple AppStore for free auf ihr privates Handy runterladen konnten. Dabei handelt es sich um die OSPA-Quiz-App, einen Ableger der berühmten Quiz-Duell-App. Wir hatten unsere Mitarbeiter aufgerufen, Fragen und Antworten zu unseren Finanzthemen zu sammeln. Über 1000 Fragen kamen zusammen und wurden in der App hinterlegt. Seit Januar dieses Jahres kann man nun Kollegen herausfordern und gegen sie antreten – natürlich unter Zeitdruck. Auch das Thema „Digitalisierung“ ist natürlich dabei.

So ein Projekt führt dann dazu, dass auch ältere Kollegen sich mal mit dem Thema Apps beschäftigen. Insgesamt hat sich unsere Kultur in den letzten 2,5 Jahren schon stark weiterentwickelt was das Thema Vernetzung angeht. Wir schauen uns ja auch die Nutzung regelmäßig an und sind jedes Mal positiv überrascht. Jeder Mitarbeiter loggt sich täglich ein, verschafft sich auf der Startseite einen Überblick über aktuelle Neuigkeiten und kann dann in den Communitys projektbezogen arbeiten mit Blogs, Wikis und Aktivitäten. Es gibt heute schon weit über 700 Communitys. Darauf sind wir stolz.

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Alicia Metz: Welchen Unterschied macht es, wenn Projekte Bottom-up initiiert werden?

Es ist natürlich ein Unterschied, ob nur ausgeführt wird, was sich jemand „da oben“ ausgedacht hat oder ob man ein Projekt anstößt, dieses vorstellt und dann mit einem Team umsetzen kann. Bei uns ist das Gott sei Dank so. Es wird erwartet, dass man proaktiv arbeitet, Ideen entwickelt und diese dann entsprechend des digital mindsets in das Unternehmensnetzwerk einbringt. Wir lernen gerade, dass wir alle nicht mehr nur Empfänger, sondern auch Sender sind. Das ist sicher für viele immer noch gewöhnungsbedürftig, aber es zeigt dann auch, wie viele gute Ideen es eigentlich gibt.

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Alicia Metz: Ihr beschäftigt euch auch mit „Working Out Loud“. Wie sieht das genau aus?

Wir sind mit Working Out Loud im Frühjahr 2017 gestartet in unserer Connectoren-Runde, in der wie gesagt vom Azubi über den Filialleiter bis hin zum Mitglied des Vorstandsstabs alles dabei ist. Ziel war es, digitale Vernetzung zu erlernen. Dabei setzt sich ja jeder ein individuelles Ziel und arbeitet 12 Wochen darauf hin. Wir hatten 5 Circles mit jeweils 3-4 Mitgliedern, die sich dann regelmäßig ausgetauscht haben.

Spannend war hier natürlich für uns, dass man Social Collaboration so ganz konkret als Methode nutzen kann, um spezifische Ziele anzugehen. Im Frühjahr wollen wir eine neue Runde starten. Das Thema ist ja aktuell sehr gefragt. Für uns ist wichtig, dass die Mitarbeiter einfach mal loslegen. Mal einen Blog schreiben oder einen Kommentar kostet beim ersten Mal oft Überwindung. Beim zweiten Mal ist das dann umso leichter.

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Alicia Metz: Du bist für Social Media & Social Collaboration bei der OstseeSparkasse Rostock zuständig. Wie sieht für Dich ein Unternehmen aus, das für die „Arbeitswelt von Morgen“ gewappnet ist? Und wie können Projekte und interne Vernetzung dabei helfen?

Für mich geht es ganz stark um Ideen, die einen Mehrwert bieten und das Feedback dazu. Unternehmen, die es schaffen, zuzuhören, was die Kunden sagen und was die Mitarbeiter denken, werden zukünftig erfolgreicher sein, weil sie sich schneller weiterentwickeln können. Dazu ist es wichtig, dass Kulturwandel nicht nur gewünscht wird, sondern dass man daran täglich arbeitet. Digitaler Wandel ist kein Selbstläufer. Man muss immer wieder Wasser auf die Mühlen gießen, denn es geht hier um die Veränderung von Gewohnheiten. Unser Vorstandsvorsitzender meinte einmal: Vernetzung ist alternativlos, denn nur geteiltes Wissen ist Macht. Ich denke, dass wir mit dieser Einstellung sehr weit kommen werden. Das bedeutet natürlich auch, dass wir anders zusammen arbeiten müssen.

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Teams bilden sich jetzt um ein Thema herum und werden nicht zwingend von einer Hierachie vorgegeben. Agilität in der Zusammenarbeit ist wichtig. Ausprobieren und daraus lernen. Ich glaube, dass diese Mentaltät auch wiederum spannend sein kann für Bewerber, die in einem modernen Unternehmen arbeiten möchten. Bei uns kann man gute Ideen wirklich einbringen. Aber aus guten Ideen werden eben nur durch Vernetzung gute Projekte. Und diese Collaboration darf eben auch nicht nur online stattfinden. Miteinander sprechen, also face to face, wird immer wichtig bleiben. Aber digitale Medien, wie zum Beispiel auch unser Videochat, helfen uns dabei.


Dieses Interview erschien bereits im Blog von Tandemploy. 

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