digitalisierung

Rise of the Robots. 10 Beispiele, die zeigen wie Banken heute schon Roboter einsetzen

„Gibt es etwas, das Sie mir sagen wollen?“ „Es tut mir leid, meine Antworten sind begrenzt. Sie müssen die richtigen Fragen stellen.“

Manch einer wird sich noch an diesen Dialog erinnern. Er stammt aus dem Hollywood-Blockbuster „I, Robot“ mit Will Smith. Klassischer Science Fiction-Stoff, der sich allerdings kritisch mit der Frage auseinander setzt: Können wir künstliche Intelligenz und Robotik tatsächlich auch in Zukunft kontrollieren? Auch wenn wir heute noch nicht in einer Zeit leben, in der Roboter ganz selbstverständlich zum Alltag gehören wie in dem Film, der im Jahre 2024 spielt, so ist die rasante Entwicklung der Roboter schon beachtlich. Immer mehr Unternehmen setzen mittlerweile auf die „Mitarbeit“ von Robotern. Neuerdings sogar die Banken.

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Der Siegeszug der Roboter

Was noch vor wenigen Jahrzehnten als Utopie galt ist heute völlig normal. Die Auotomobilindustrie würde ohne Roboter lahm liegen und auch Logistiker wie Amazon schwören auf die treuen Helfer. Dabei ist das Thema „Automation“ nicht neu. Schon Leonardo da Vinci soll von Automaten geträumt haben. Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb Jules Verne eine Geschichte über eine Menschmaschine und legte mit seinen Visionen Grundsteine für die Entwicklung der Robotik.

Wenn die Maschine zum Leben erwacht.

Der erste mobile Roboter dürfte Shakey gewesen sein, der im Labor für künstliche Intelligenz des Stanford Research Institutes im Zeitraum 1966 bis 1972 entwickelt wurde. Seit dem wurde eine rasante Entwicklung vollzogen – auch dank der Ideen vieler Schriftsteller und Filmemacher. Rückblickend sehen wir, dass viele Wunschideen bereits realisiert werden konnten. Stanley Kubrick hatte im 1968er „Odyssee im Weltraum“ bereits Tablets. Commander Spock und Captain Kirk nutzten den Kommunikator, quasi ein Smartphone. „Minority Report“ hatte Iris-Scans und selbstfahrene Autos. Und auch Roboter wie R2D2 und C-3PO bildeten wunderbare Blaupausen.

Eine empfehlenswerte Doku über die Entwicklung der Roboter ist übrigens „A Brief History of Our Robotic Future“.

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Die Zukunft ist bereits da. Sie ist nur ungleich verteilt. (William Gibbson)

Heute sind weltweit etwa 1,8 Millionen Roboter in der Industrie im Einsatz und übernehmen ganze Prozessketten. In der Automobilindustrie sind Roboter zahlenmäßig am stärksten vertreten und bereits seit Jahren im Einsatz. Als ich Ende 2016 das Porsche-Werk in Dresden besuchte, konnte ich mich von den beeindruckenden Robots überzeugen. (>Blog dazu). Auch in der Logistik werden sie immer wichtiger. So setzt Amazon zum Beispiel auf seine Kiva Robots und Alibaba möchte nicht mehr auf seine Quicktron Robots verzichten.

Auch die Gesundheitsbranche signalisierte Interesse an „menschlichen Robotern“, die mobil sind, sprechen und verstehen können. Gerade in der Altenpflege ist der Bedarf groß, auch wegen dem Fachkräftemangel. In der Hotellerie stellte man bereits Roboter als Rezeptionisten ein und auf Kreuzfahrtschiffen entertaint Pepper die Kids. Neu ist allerdings, dass die als konservativ geltende Finanzbranche sich neuerdings für Roboter interessiert.

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Hier sind 10 Beispiele, die zeigen wie innovative Banken heute schon Roboter einsetzen.

  1. Die Roboter Bank in Shanghai

Ganz weit vorne sind natürlich wieder einmal die Asiaten. Hier sind bereits seit einigen Jahren humanoide Roboter in Banken im Einsatz. Doch in Frühjahr sorgte dann die China Construction Bank für eine brilliante PR, als man die erste Roboter-Bank in Shanghai eröffnete. Kunden werden von Robos begrüßt, weitergeleitet und dann von weiteren Robotern empfangen. Ob dieses Testprojekt weitere Kreise zieht wird man sehen.


2. Schweizer Roboter im Bereich Wertpapier

In der Schweiz testete die St.Galler Kantonalbank den Einsatz von Robotern bei der Migration von 5000 Wertschriften-Positionen aus den von der M.M. Warburg Bank Schweiz übernommenen Portefeuilles. Wie die Agentur «Bloomberg» berichtete, haben fünf der digitalen Helfer in St.Gallen die Arbeit übernommen, für die sonst sieben Banker abgestellt worden wären.


3. Der indische Roboter IRA

In Indien stellte die HDFC Bank ihren Roboter IRA im Januar 2017 vor, der ebenfalls als Rezeptionist in den Filialen agieren soll – obwohl er aussieht wie ein billiges Spielzeug aus den 90er Jahren.


4. Die Stimmungskanone in Taiwan

Im Oktober 2016 nahm Pepper der Roboter bei der First Commercial Bank in Taiwan seinen Dienst als Entertainer auf. Seinen Tanz konnten sogar die Mitarbeiterinnen in Kürze mitmachen.


5. Nao begrüßt Kunden in Japan

Der „kleine“ Nao stand schon 2015 im Eingangsbereich der japanischen Mitsubishi Tokyo UFJ Bank, lächelte, tanzte und beantwortete sogar erste Fragen.


6. Roboter in „digital-only“ Bank in Südafrika

Die Nedbank präsentierte im November 2017 die erste rein digitale Filiale Afrikas. Mittendrin: Pepper, der Roboter.


7. Der Banking Robot in Sri Lanka

Im Oktober 2017 wurde der „humanoid teller banking robot“ bei der Sampath Bank vorgestellt. Er ist ein animierter Chatbot, der allerdings auch Überweisungen tätigen kann.


8. Der amerikanische Flagshship-Robo

In New York sorgte die Bank HSBC im Sommer für Schlagzeilen, weil man den Pepper-Roboter (Softbank) als Servicepersonal in der New Yorker Flagship Filiale vorstellte. Er kann auch Informationen erteilen über Services und Produkte der Bank.


9. Pari – der humanoide Roboter in Nepal

Die Bank Nepal SBI setzt auf den Pari, einen Roboter, der von Paaila Technology entwickelt wurde. Er soll Kunden empfangen, Service anbieten und natürlich unterhalten. Mehr dazu hier.

10. Rudi der Roboter bei der OstseeSparkasse Rostock

Seit Anfang des Jahres haben auch wir einen humanoiden Roboter bei der OSPA. Er ist als Gute Laune-Macher in unseren Filialen und auf Veranstaltungen unterwegs und funktioniert als digitales Maskottchen.

In erster Linie soll er als Hingucker dafür sorgen, dass wir mit unseren Kunden in lockerer Atmosphäre in Kontakt kommen. Er wird aktuell von uns weiterentwickelt und soll bald auch selbständig durch unsere Filialen fahren und Kunden erklären, welche Produkte und Dienstleistungen wir anbieten. Langfristig wünschen wir uns, dass Rudi smart wird und an eine künstliche Intelligenz gekoppelt wird. Bis dahin sorgt Rudi dafür, dass die OSPA als moderne Bank wahrgenommen wird – auch von den Medien. Mehr dazu.


Fazit

Auch wenn einige Banken mittlerweile mit dem Einsatz humanoider Roboter experimentieren steckt das Thema aktuell noch immer in den Kinderschuhen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit Maschinen zukünftig bei Banken neue Aufgaben wie Rezeption und Service übernehmen und damit für einen echten Mehrwert sorgen können. Die Ängste, die es auch hierzulande oft gibt, dass Roboter Menschen ersetzen, sind sicherlich nicht unbegründet. Bis es soweit ist, werden Roboter sicher noch einige Jahre aus Marketingzwecken eingesetzt. Denn fraglich ist am Ende auch, wie die Kunden es finden, wenn sie statt von Menschen irgendwann von Robotern begrüßt werden.


Wie seht ihr das? Glaubt ihr, dass Roboter im Bereich Banken eine Zukunft haben? Und wenn ja, seht ihr sie mehr als Spielzeuge oder schon als ernsthafte Konkurrenten für das Servicepersonal?

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