Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Niemand weiß das besser als junge Eltern, die sich pausenlos Ratschläge, Kommentare und sonstiges Feedback von Eltern, Freunden und Kollegen anhören dürfen. Die haben nämlich tolle Dinge im Internet gelesen oder von anderen Eltern gehört. Als Vater von zwei jungen Töchtern (1 und 4 Jahre) glaube ich für viele Eltern sprechen zu können, wenn ich sage: Wir hören uns viel an, weil wir gut erzogen wurden, aber es gibt Grenzen! Denn bei einigen Sätzen schlackern dir als Papa oder Mama echt die Ohren.

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Hier sind 10 Sätze, die junge Eltern wie wir nicht mehr hören können:

1. „Und, schläft euer Baby schon durch?“ 

Ich hatte es in meinem Blogpost vor ein paar Wochen bereits geschrieben: Schlafentzug ist eine angewandte Foltermethode. Man verliert das Gefühl für Raum und Zeit, ist ständig gereizt und sehnt sich nur nach einem: Mittagsschlaf. Gerade, wenn das Baby mehrfach nachts wach wird und schreit, sowie das bei uns bei K1 der Fall war, dann ist das einfach mal maximal anstrengend. Wenn dann auch noch von außen die Frage kommt, ob das Kind schon durchschläft, wie in anderen Familien, dann wird der Hals schon mal dicker. Natürlich auch aus Neid.

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2. „Und, hattest du ein erholsames Wochenende?“

Diese naive Frage wird oft von Arbeitskollegen gestellt, die natürlich keine Ahnung haben. Lasst uns doch mal kurz sehen, wie das Wochenende war. Da war das Chaos in der Wohnung, das zahnende Baby, der Besuch der Großfamilie, die angemalte Waschmaschine, die zerkratzte Lieblings-Blue Ray und natürlich der mehrstufige Revolutionsversuch der großen Tochter. War da eigentlich noch Zeit für Hobbys? Ähhhhh, nope! Tatsächlich ist es meistens ruhiger im Büro als zuhause. Auch wenn viele Männer das gegenüber ihren Frauen nie zugeben würden.

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3. „Was macht ihr eigentlich Silvester?“

Na was sollen wir schon machen? Wir schnallen uns unsere Kinder um die Hüfte, saufen uns schon zuhause richtig einen an und ziehen dann die ganze Nacht wahllos durch Berlin. Was denn sonst?

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4. „Könnten ihre Kinder bitte etwas leiser sein?“

Als ob Kinder sprechende Barbies wären, bei denen man an der Seite einen Lautstärkeregler hat, den man einfach nur zu bedienen hat. Ganz ehrlich, es sind Kinder! Die lachen, weinen und schreien. Und manchmal sogar gleichzeitig. Übrigens eine Frage, die sehr typisch für Deutschland ist. Es ist zum Heulen.

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5. „Das Kind testet langsam die Grenzen aus. Da müsst ihr jetzt hart sein.“

Einfach mal so einen Satz droppen und dann weiter schlendern und sich ein Eis kaufen. Herrlich. Unaufgeforderte Erziehungsratschläge sind ja eh schon das Allerletzte. Aber wenn diese dann auch noch von „gut belesenen“ Singles kommen ist eine Grenze erreicht.

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6. „Müde? Dann geht doch eher ins Bett.“

Leute, die diesen Satz gesagt haben, sagten auch „Ich will noch keine Kinder, aber irgendwann.“ und „Es gibt kein Problem, das man nicht lösen kann.“ Tatsächlich sind es eben nur diese 2-3 h am Tag, die man hat, wenn die Kinder schlafen. Zeit, endlich mal wieder Mann und Frau zu sein und nicht nur Papa und Mama. Zeit, um Kraft zu tanken und abzuschalten. Ohne diese Auszeit wird das nämlich nix.

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7. „Seit ihr Eltern seid, ist mit euch auch nichts mehr los.“

Ansage. Wird aber von vielen Freunden nicht ausgesprochen, sondern nur gedacht. Dahinter steckt scheinbar der Gedanke, dass junge Eltern bequem geworden sind. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind den ganzen Tag busy mit den Kids und daher abends komplett im Arsch. Dass man daher nicht mehr so oft weg geht wie früher ist ganz normal. Trotzdem sollte man seine sozialen Kontakte natürlich pflegen. Aber auch das kann ja bekanntlich manchmal anstrengend sein. Daher geniessen wir abends oft einfach mal die Ruhe „nach“ dem Sturm. Hashtag #Couching.

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8. „Kleine Bockphase? Das ist noch gar nichts. Die Probleme werden immer größer.“

Das ist ja sehr ermutigend. Wenn man mit den Nerven schon völlig am Ende ist, haut so ein Satz rein wie eine Bombe. Uns ist schon klar, dass mit den neuen Möglichkeiten wie Laufen und Sprechen neue Gefahren lauern. Nur ist das nicht sehr hilfreich, wenn das Kind schreit wie am Spieß, weil es einfach nicht einsieht, dass die Bastelschere nicht ins Kinderzimmer gehört. Oder sich die lieben Kleinen mal wieder in die Haare kriegen.

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9. „Euer Kind hat die Grippe? Das könnte eventuell auch ein ganz schlimmer Virus sein, da wäre ich vorsichtig.“ 

Das ist meistens nichts anderes als Panikmache. Im Internet steht ja so ziemlich alles. Da gibt es Seiten, auf denen du die Symptome deines erkälteten Kindes eingibst und dir dann als Diagnose Ebola ausgespuckt wird. Schlimm sowas.

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10. „Fernsehen soll ja für kleine Kinder gar nicht so gut sein.“

Natürlich gibt es Eltern, die es übertreiben, das Baby stundenlang vor dem TV parken oder einen Fernseher in das Kinderzimmer stellen. Aber ich denke, die Mehrheit sieht den Fernseher einfach mal als willkommenen Babysitter, den man ab und zu mal einschalten kann. Im wahrsten Sinne des Wortes. Psychologen warnen übrigens nicht vor dem Fernseher selbst, sondern davor, dass die Kinder in dieser Zeit weniger lernen könnten. Alles schön und gut. Wenn unsere Große Samstag früh allerdings um 6.00 Uhr an der Bettdecke zieht, dann ist man einfach froh, dass es den Disneychannel gibt. Und wenn Außenstehende das nicht verstehen? Who cares?

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Wie sieht`s bei euch aus? Welche Sätze nerven euch außerdem? Was sind eure Erfahrungen? Freue mich auf eure Kommentare 🙂


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