Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber irgendwie scheinen sich viele Kinder heutzutage besser mit Technik auszukennen als ihre Eltern. Während Mutti und Vati oft noch am PC-Tower sitzen und den Aus-Knopf suchen, hört Junior schon die neuesten Kinderlieder über Spotify oder zieht sich Serien bei kika.de rein. Viele Eltern geht die Tatsache, dass sie den Anschluss verloren haben, natürlich gehörig auf den Senkel. Bei uns ist das etwas anders.

Auch wenn wir große Freunde des klassischen Holzspielzeugs sind und unser Kinderzimmer mehr Kinderbücher vorweisen kann als die Warnemünder Lesestube, wurden Handy und Tablet längst erfolgreich in unseren Familienalltag integriert. Beim Frühstück wird zum Beispiel gern mal eine Folge Peppa Wutz über Netflix aufs Tablet gestreamt. Nach dem Kindergarten schnappt sich die Große oft das iPhone und zockt eine Runde Dr. Panda oder lässt einige Fische pupsen. Wenn Oma zu Besuch ist, staunt sie über die Selbstverständlichkeit, mit der Töchterchen durch die Fotos slidet und anschließend Siri fragt, wer die Schönste ist. „Die wachsen ja heutzutage regelrecht damit auf.“ So ist es.

Überhaupt hat sich ja der App-Markt mittlerweile schwer auf Kids eingeschossen. Da gibt es LEGO Duplo, Disney, Pepi Play und Hunderte anderer Geschichten. Manchmal verbergen sich allerdings gefährliche Fallstricke in den Games, die man als Papa 2.0 gar nicht auf dem Zettel hatte. Ich kann mich zum Beispiel noch heute an diese eine Monatsabrechnung erinnern. Für 346 Euro und ein paar Zerquetschte hatte sich K1 ein paar sündhaft teure In-App-Updates bei ihrem Lieblingsspiel gegönnt. In solchen Momenten will man den Kindern den digitalen Kram natürlich auf Lebenszeit verbieten, doch am Ende des Tages ist alles eine Frage der Kontrolle. Dann kann alles sehr gut funktionieren. Wir haben da zum Beispiel einige tolle Lern-Apps, die unserer 5-jährigen Tochter bereits vor Monaten den gesamten Stoff der ersten Klasse spielerisch beigebracht haben. Sehr praktisch sind auch Kinderserien-Apps, die lange Autofahrten und somit ganze Familienurlaube retten können.

Natürlich darf man es nicht übertreiben. Die Kinder sollten auf keinen Fall permanent am Handy kleben. Daher muss man klare Regelungen finden und Grenzen setzen. Logisch, dass die Kinder nicht immer aus dem Stehgreif Verständnis aufbringen können. Da wird das Handy aus Trotz auch einfach mal „verschleppt“. Nicht selten muss ich daher abends mein Handy suchen, bis ich es irgendwann im Puppenhaus wieder finde. Dann muss ich nur noch die Popelkruste vom Display kratzen und kann endlich wieder selbst wichtige Dinge erledigen. Zum Beispiel ein neues Foto bei Instagram hochladen oder den Status des Arbeitskollegen kommentieren.

Wie seht ihr das Thema „Digitalisierung und Familie“? Geht´s euch ähnlich oder seht ihr das Thema eher kritisch? Schreibt´s mir unten in die Kommentare.

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0381 maiDieser Text erschien bereits in meiner Kolumne “Daddymodus. Der ganz normale Wahnsinn zwischen Barbie, Boombox und Babybrei” im 0381-Magazin, das in Rostock und Umgebung seit Jahren als Stadtmagazin am Start ist. Meine erste Kolumne hieß „Ein ganz normaler Samstag Morgen“ und ist hier nachzulesen.

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