Ein ganz normaler Samstag Morgen

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Wochenende. Was haben wir uns darauf gefreut. Die Tage rückwärts gezählt. Und dann ist es endlich soweit – der Samstag ist da. Herrlich. Zeit um auszuschlafen, in aller Ruhe zu frühstücken und stundenlang Serien auf der Couch zu gucken. Theoretisch. Wenn da nicht unsere lieben Kleinen wären. In unserem Fall sind das zwei Mädels, 5 und 1,5 Jahre alt. Die beiden sind wirklich toll, aber unsere Wochenenden laufen mittlerweile etwas anders ab seit die beiden da sind. Unsere Kids sind nämlich nicht gerade das was man Langschläfer nennt.

Wochenlang weckte Töchterchen uns um halb 6 morgens, äh nachts. Also verlässt man im Halbschlaf das Bett, die Augen nur einen Spalt breit auf, um gerade noch die Navigation durch das eigene Appartement unfallfrei hinzubekommen. Wenn man nicht gerade barfuß auf einen übrig gebliebenen Legostein tritt klappt das in den meisten Fällen auch ganz gut. Also geht es mit dem Kind an der Hand, welches, das stellt sich spätestens nach dem ersten Kaffee raus, Richtung Wohnzimmer. Um wach zu werden streame ich per Spotify die eine oder andere Playlist angesagter amerikanischer Sprechgesangsartisten. In 99% der Fälle setzt sich allerdings Töchterchen durch – und zwingt mich mit ihrem Hundeblick dazu, die neueste Season von „Kikaninchen“ oder „Barbie“ einzuschalten.

In dieser Zeit lese ich bei Facebook, auf welchen Partys meine Freunde heute Nacht waren – oder immer noch sind. Mittlerweile ist die Sonne aufgegangen und der zweite Pott Kaffee schmeckt ganz gut, als sich das Unvermeidbare seinen Weg bahnt. Ein Blick in die glasigen Augen von Töchterchen und die Sache ist klar: Kacka!

Ich atme 3 bis 7 Mal tief durch, denke an etwas Schönes und öffne die Windel, die bis zum Rand gefüllt ist. Worst Case. Oder besser gesagt: Wurst Case. Töchterchen meint es gut und versucht mit den Händen „mitzuhelfen“, was bei mir einen leichten Anflug von Panik auslöst. Während ich die Konsistenz des Windelinhalts auf eine deftige Karottenmahlzeit des gestrigen Abends zurückführe muss ich mich hart zusammenreißen, meinen Würgreiz zu unterdrücken. Dann ist es geschafft. Töchterchen spaziert glücklich von dannen. Entkräftet lasse ich mich in die Couch fallen, da öffnet sich die Tür. Töchterchen 2 betritt die Bühne: „Papa, Hunger!“ Ich blicke auf die Uhr. Es ist 7:45 Uhr.


0381 aprilDieser Text erschien bereits in meiner Kolumne „Daddymodus. Der ganz normale Wahnsinn zwischen Barbie, Boombox und Babybrei“ im 0381-Magazin, das in Rostock und Umgebung seit Jahren als Stadtmagazin am Start ist. Hier könnt mal durchblättern.


 

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7 Gedanken zu “Ein ganz normaler Samstag Morgen

  1. Hallo Gabriel,

    Ein sehr schöner Beitrag, der mir sehr bekannt vorkommt, auch wenn ich nur eine Tochter habe, die in zwei Wochen 5 wird. Ja, so sind diese Samstage, immer wieder anders, spannennd und lustig. Aber es gibt ja auch noch einen Sonntag 😉

    Sonnige Grüße aus Berlin,
    Till

  2. Moin Gabriel, ohja, solche Morgende kenne ich auch zur Genüge. Das Größte ist dann immer: Es überhaupt zum Kaffeebecher zu schaffen zwischen Kinderfrühstück, Windeln, Spielzeug und Chaos 🙂 sehr schön beschrieben!
    Liebe Grüße, Julia

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