Vor einiger Zeit habe ich einen Blog von einem Papa gelesen, der über das Thema “Work-Life Balance” schrieb. Darin ging es darum, dass es doch heutzutage einfacher denn je wäre, ein richtiger Superpapa zu sein, weil die Rahmenbedingungen sich geändert haben. Schließlich lassen Arbeitgeber ihre Leute immer öfter von zu Hause aus arbeiten.

Außerdem nehmen Väter immer öfter einen großen Teil der Elternzeit und überhaupt sind ja Papas, die Kinderwagen schieben, mittlerweile gesellschaftlich total akzeptiert. In dem Blog hieß es weiter: Jeder kann ein Superpapa sein und seine Zeit flexibel einteilen – auch für eigene Hobbys.

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Ich habe das gelesen und gedacht: Wenn es nur so einfach wäre.

Tatsächlich frage ich mich oft, wie ich das alles unter einen Hut bekommen soll. Ich meine diese ganze Job-Familien-Sache. Ist es nicht immer so, dass eine Seite zu kurz kommt? Junge Daddys wissen was ich meine. Die Rolle des hippen, modernen Vaters, der alles im Griff hat, wird von den Medien immer wieder bemüht, aber wie sieht es in der Realität aus?

In dieser digitalisierten Welt, in der man immer erreichbar ist, wird es immer schwerer, sich einer Sache voll und ganz zu widmen. Dadurch, dass man das Smartphone immer dabei hat und in der Versuchung ist zu reagieren auf Mails und WhatsApp-Nachrichten wird man extrem schnell raus gerissen.

Diese 5 Dinge helfen mir, alles unter einen Hut zu bekommen:

1 Die Welten trennen.
Es ist immer gefährlich, Familie und Arbeit zu vermischen. Ich merke das, wenn ich zuhause arbeite, dann meine Kinder zu mir kommen und mit mir spielen wollen. Beides gleichzeitig geht nicht. Denn die Kinder haben die volle Aufmerksamkeit verdient – und der Job auch. Ich versuche also, es räumlich und zeitlich zu trennen und nicht beim Lotti Karotti spielen noch nebenbei Mails zu schreiben. Außerdem macht man beim Multitasking am Ende doch mehr Fehler.

2 Smartphonefreier Sonntag.
Ich habe gemerkt, dass es meinen eigenen Stresslevel senkt, wenn das Handy mal einen ganzen Tag aus ist. Diese ständige Erreichbarkeit kann sehr belastend sein. Nach einigen Stunden hat man es auch fast vergessen. Verführerisch ist es natürlich immer, das Smartphone als Kamera zu benutzen, wenn man unterwegs ist. Da muss man aufpassen.

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3 Selbst bestimmen, wann man reagiert.
Eine wichtige Lektion für mich war, dass Push Notifications der Tod sind. Ich habe fast alle ausgestellt und schaue jetzt selbstbestimmt in meine Mails.

4 Erholung organisieren.
Klingt blöd, geht aber nicht anders. Wenn ich etwas gelernt habe seit ich Vater bin, dann das: Nur wer es schafft clever zu organisieren, überlebt. Und selbst Hobbyzeiten und Erholungsphasen muss man planen. Sonst wird das nix.

5 Prioritäten setzen.
Da man immer wieder hin und hergerissen ist zwischen den beiden Welten Familie und Karriere muss man sich am Ende doch fragen, was einem wichtiger ist. Für meine Frau und mich sind die Kinder das Wichtigste. Wir schauen, wie wir unseren gesamten Alltag darauf ausrichten können, dass wir soviel Zeit wie möglich mit beiden verbringen können.

Ich sehe aber auch Freunde, die ihr Kind morgens um 7 Uhr in der Kita abgeben und es erst abends um 18 Uhr wieder abholen. Manchmal geht das vielleicht nicht anders. Für eine Weile. Ein Dauerzustand wäre das für uns auf keinen Fall. Schließlich arbeiten wir, um zu leben und nicht umgekehrt.


Wie seht ihr das Thema? Wollt ihr überhaupt Job und Familie trennen? Es gab bereits ein Feedback im Blog „Zweimal Feierabend“. Schreibt mir doch mal eure Meinung in die Kommentare.


b5c4c6b588cba476f4b7f983e314dfdfDieser Text erschien bereits als Kolumne im Rostocker Stadtmagazin 0381, Ausgabe Januar 2017. Neuerdings gibt es außerdem eine Facebook-Seite, auf ich Anekdoten, Gastartikel, Videos und Blogs von mir gesammelt werden. Würde mich freuen, wenn ihr mir da folgt. Checkt dazu einfach mal www.facebook.com/daddymodus.

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