In eigener Sache: Tschüss Sparkasse – Warum ich den roten Riesen verlasse und zu #TeamOrange wechsle

Wer meinen Vortrag „Zwischen Daddymodus und Digital Life“ bei YouTube gesehen hat, kennt meine Story ganz grob. Ich kam über die Musik zum Marketing, arbeitete in Hamburg in den Social Media Werkstätten von Scholz & Friends und DDB Tribal, bis ich mit Frau und Kind als klassischer Rückkehrer wieder an die Ostsee zog, um bei einem Tech-Startup anzuheuern.

Anschließend baute ich das Online Marketing bei einem Software-Mittelständler vor den Toren Rostocks auf und nahm dann im Februar 2016 die Herausforderung bei der OstseeSparkasse Rostock als Marketing- und Kommunikationsmanager an. Dabei hatte ich nie geplant, bei einer Bank zu arbeiten.

Nach vier spannenden Jahren beim roten Riesen, in denen wir einiges bewegen konnten, beginnt nun zum 1.1.2020 ein neues Kapitel, auf das ich mich sehr freue. Ich wechsle das rote Trikot gegen ein oranges und Unternehmen wieder gegen Agentur.

Konservativ und gleichzeitig modern?

Ich weiß noch genau, wie ich am ersten Tag in meinem Büro saß und begann, mich ehrgeizig in die neue Sphäre der Finanzkommunikation einzuarbeiten. Das war auf jeden Fall eine ganz andere Welt. Man siezte sich unter den Kollegen, trug natürlich Anzug und feierte gern mal das 30. oder auch 40. Dienstjubiläum eines Kollegen.

Doch auch wenn die Historie des Instituts Sparkasse, die es in Rostock seit 1825 gibt, deutlich spürbar war, beeindruckte mich die moderne Art und Weise, Projekte anzugehen und der damit verbundene Wille zur Weiterentwicklung.

Foto: Michael M. Roth, MicialMedia Eventfotografie

So hatte man schon 1 Jahr zuvor mit der Einführung eines Enterprise Social Networks begonnen und modernisierte die Filialen sukzessive, während andere Banken bereits Mitarbeiter entließen und Filialen schlossen. Dieser Mut imponierte mir und dieses bewusste Gegen-den-Strom-Schwimmen sollte sich später als das Erfolgsrezept der OSPA entpuppen. So war auch Digitalisierung schon früh als strategisches Schwerpunktthema erkannt worden.

Dadurch dass ich nun so gar keinen Bankenhintergrund hatte musste ich mich natürlich a) erstmal tief in die Zusammenhänge eingraben und b) den Kollegen und Führungskräften zeigen, dass ich als jemand, der aus einem ganz anderen Kontext kam, neue Ideen einbringen konnte. Am Anfang war das natürlich für beide Seiten ein Kulturschock, doch das gab sich nach einer etwas zu langen Warm Up-Phase Gott sei Dank.

Soziale Netzwerke als neue Art der Kommunikation

Mir war gleich zu Beginn wichtig, eine interne und externe Social Media-Kultur aufzubauen. Im externen Bereich bauten wir Facebook und YouTube aus und XING, Twitter und Instagram auf. Außerdem starteten wir einen Corporate Blog als Beiboot zur Webseite.

Im internen Bereich bedeutete es konkret die strategische Arbeit in und an OSPA Connect, unserem Social Intranet, mit unseren Connectoren, die wir zu Community Managern ausbildeten.

Die wichtige Rolle unseres externen Beraters Alexander Kluge hatte ich hier im Blog ja bereits einige Male hervorgehoben. Durch seine wertvollen Impulse in Sachen digitaler Vernetzung konnten wir viele Digital-Projekte anstoßen. Am Ende konnten wir u. a. eine Mitarbeiter-App an den Start bringen, zwei humanoide Roboter aufsetzen, einen digitalen Führerschein für Mitarbeiter anbieten und die neue Bewegtbild-Plattform „OSPA-TV“ etablieren. Dazu sei auch mein Vortrag „Die Bank ist tot. Lang lebe die Bank“ empfohlen, den ich im Frühjahr in Schwerin hielt.

Überhaupt das Thema Vernetzung. Ich lernte in den letzten vier Jahren so viele motivierte Leute in anderen Sparkassen kennen, die alle sehr engagiert an der digitalen Transformation der Sparkasse arbeiten, und war teilweise überrascht wie viel da unter der Oberfläche geht.

Spannend waren auch die Kontakte mit den Ideenlaboren anderer Sparkassen, zum Beispiel dem Berliner „Birds Nest“ und dem Hamburger S-Hub, in dem wir den Kick Off des deutschlandweit ersten, regional übergreifenden „Working Out Loud“-Circles hatten, nach dem wir die ersten Schritte mit WOL bereits bei uns in der OSPA gegangen waren. Wer an dem Thema Interesse hat, dem sei das Video des Panels auf der SCOPE 2019 mit Alexander Kluge (Kluge Konsorten), Tim Beckmann (Sparkassenverlag), Kristina Reymann (HASPA) u. a. empfohlen.

Was ich an der OSPA immer sehr schätzte, war der Mut, Dinge konsequent anders zu machen und auszuprobieren und das als vertrieblich erfolgreichste Sparkasse Deutschlands. Angefangen bei unseren Netzwerkevents von 12min.me in den Räumen der OSPA, über Dinge wie die Open Door Policy der Büros, die von uns gestartete Duzen-Initiative oder auch die neue Art der Arbeit von crossfunktionalen Teams in modernen Kreativräumen und digitalen Communitys. All das gibt es in vielen anderen Sparkassen nicht.

Auf der anderen Seite bedeutete dieser Change auch, dass mein Aufgabenportfolio in den letzten Jahren zunehmend erweitert wurde und neben der Kommunikation auch Events wie das OSPA Anlegerforum sowie die inhaltliche Weiterentwicklung der Filialen auf den Plan kamen. Diese und weitere Aufgaben verstand ich immer als kreative Herausforderungen, doch irgendwann stellte ich mir die Frage: Ist dieser Kurs wirklich mein Kurs?

Was will ich zukünftig wirklich, wirklich tun?

Am 1. Januar 2019 nahm ich mir vor, meine eigene Projekte im beruflichen und privaten Bereich besser zu reflektieren und mir neue Ziele zu stecken. Ich begann zu laufen und nutzte die neue Auszeit, um herauszufinden, wo ich mich in einem Jahr wollte. Wie konnte ich ein Szenario designen, in dem ich tun könnte, wofür ich brenne und lernen könnte, was mich wirklich interessiert? Und: Wie könnte ich all das im besten Sinne von New Work mit meinem Familienleben vereinbaren?

Mandarinen wachsen jetzt auch in Rostock?

Währenddessen plante #TeamOrange ein Upgrade, das aus meiner Sicht kein besseres Timing hätte haben können. Die Schweriner Internetagentur Mandarin Medien, 70 Köpfe stark und seit 17 Jahren am Markt, erwog die Eröffnung eines zweiten Standorts in Rostock, um neue Mitarbeiter und Kunden zu gewinnen.

Tatsächlich hatte ich die Mandarinen bereits seit einigen Jahren im Auge und wusste, dass sie für spannende Kunden wie Vodafone, Garmin, Cinestar und Karls kreativ tätig sind. Dadurch, dass man im letzten Jahr als neues Member unserer 12min.me-Family dazu kam wuchs die Verbundenheit natürlich.

Also tranken wir die eine oder andere Tasse Kaffee zusammen und waren uns schnell einig: Das könnte sehr gut passen. Am 26. September lud Mandarin dann zum #MoinRostock Event ins schicke Studio 301 im Rostocker Fischereihafen, um die Agentur samt neuem Rostocker Team, das ich ab Januar 2020 als Senior Berater Digital verstärken darf, vorzustellen.

Ich werde natürlich weiter verfolgen, wie die OSPA durch die stürmische Brandung steuert und wünsche dabei alles Gute. Meine Blogposts zu unseren Digitalprojekten in der Sparkasse, zu Podcasts, Videos und Gastartikeln findet ihr nach wie vor hier im Blog.

Das Rostocker Büro von Mandarin Medien befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe zu meiner letzten Wirkungsstätte – im stylischen neuen Rostocker Coworking Space @Work Space in der Deutschen MED. Ich freue mich natürlich auf euren Besuch. Lasst uns gern bei einem Kaffee über neue Ideen sprechen. In diesem Sinne #Moin2020 🙂

Gabriel Rath

Ich bin Gabriel, Rostocker Jung`, verheirateter Vater von 3 kleinen Töchtern und kreativer Kopf mit einer Vorliebe für Digitale Kommunikation und Social Collaboration. Ich bin außerdem Rapper, Teil der 12min.me-Crew und mache den Webcast "New Work Chat". Hier im Blog schreibe ich über mein Leben zwischen Kinderzimmer und Digital Workplace.

6 Antworten auf „In eigener Sache: Tschüss Sparkasse – Warum ich den roten Riesen verlasse und zu #TeamOrange wechsle

  1. Hi Gabriel,

    Ich wünsche Dir alles Gute für deinen neuen Job bei der Agentur.
    Veränderungen sind wichtig, um sich persönlich weiterentwickeln zu können.
    Ich persönlich steige zum 1.1. wieder einmal in den Finanzsektor ein. Sich mit der Finanzwelt auseinanderzusetzen ist anfangs nicht leicht, man muss viel dazulernen. Von daher kann ich nachvollziehen, wie es Dir bei deinem Beginn in der OSPA ging.

    Also, viel Erfolg und alles Gute.

    Viele Grüße
    Sebastian

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  2. Hi Gabriel,

    schöner Text – liest sich gut und die pro OSPA-attitude is super. Einen tollen Start bei den Mandarinen!

    #orangefetzthalt

    Liebe Grüße vom Stadthafen,
    Dörte

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  3. Hi Gabriel!
    Viel Erfolg im neuen Job aus dem Birds Nest aus Berlin. Schade, dass die Sparkasse einen so engagierten Vorkämpfer weniger hat – aber bestimmt cool für Dich. Das ist auch meine Challenge für 2020: Was will ich wirklich weiterhin beruflich machen. Laufen fange ich dafür aber nicht an. Ich bleibe auf dem Radel – aber das hilft auch. Alles Gute!
    Sascha

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