Überfall auf meine Oma! Wir schützen wir ältere Menschen?

😡 Meine Oma wurde Opfer eines grausamen Verbrechens. Wie können wir als Gesellschaft ältere Mitmenschen besser schützen?

Es ist Ende September. Ich stehe abends am Bahnhof in Berlin und warte auf meine Bahn nach Rostock, als ich einen Anruf von meiner Schwester bekomme.

„Omi wurde ausgeraubt!“

Schockiert versuche ich zu verstehen, was passiert ist. Tatsächlich wurde sie von jemandem angerufen, der sich als Polizist ausgab. Er warnte vor einer Bande, die angeblich plane, in ihre Wohnung einzubrechen. Daher müsste man die Wertsachen einmal aufnehmen und notieren.

Ich hatte zu meiner Zeit bei der OstseeSparkasse Rostock viel von Enkeltricks gehört. Es gehörte für unser Kommunikationsteam dazu, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Aber es ist anders, wenn du mit einmal selbst einen Fall in der Familie hast.

Meine Oma ist 91 und lebt noch mit meinem 94-jährigen Opa zusammen. Die beiden wurden so krass manipuliert, dass sie niemanden anriefen, wie ihnen befohlen wurde. Einige Zeit später kam einer der Typen sogar zu ihnen nach Hause (!) und wollte Schmuck und Geld, „sicherheitshalber“ mitnehmen, um es zu verwahren. Da wurde meine Oma mißtrauisch und wollte den Ausweis sehen. Sie wurde rausgelockt zum Auto, wo die Papiere angeblich wären. Doch da war natürlich nichts.

Es war schon später Nachmittag und dämmerte. Schlagartig riß der Typ den Arm meiner Oma rum, griff sich Schmuck und Geld und floh. Unter Schock wurde sie ins Krankenhaus gebracht, wo ihr angebrochener Arm operiert werden musste.

Wie skrupellos kann man nur sein?

In dieser Zeit, Ende September, wurden tatsächlich sehr viele ältere Menschen in unserer Stadt angerufen. Die Polizei vermutet das organisierte Verbrechen dahinter.

Mich lässt seit dem die Frage nicht los, was wir tun können. Wie können wir als Gesellschaft unsere älteren Mitmenschen schützen?

Ich sprach daher mit einer befreundeten Journalistin unserer regionalen Zeitung, die darüber jetzt eine große Story brachte. Unser Ziel: Aufzuklären und zu sensibilisieren. Wir alle haben Angehörige oder Nachbarn. Wir alle können etwas tun.

Hier der Artikel.

Immerhin haben die meisten Senioren und Seniorinnen mittlerweile ein Handy mit WhatsApp. Aber sie sind oft allein. Ich würde mir eigentlich ein Social Network für ältere Menschen wünschen. Dort könnten sie sich in Communities auch über Sicherheit austauschen. So eine Art Facebook, aber in gut. Und in europäisch. Wäre eine gute Startup Idee.

Mich interessiert:

Habt ihr auch schon Erfahrungen in dieser Richtung machen müssen? Und habt ihr Ideen, wie wir unsere älteren Mitmenschen besser schützen können?

PS: Ich habe meine Großeltern jetzt besuchen können. Meine Oma hat nun einen Gipsarm und der Schock sitzt natürlich immer noch tief. Aber es wird. Ganz langsam.