Vinyl vs Streaming. Wie Spotify den Musikmarkt revolutioniert.

Zu meinem 32. Geburtstag ließ ich mir kürzlich endlich mal das schenken, was ich seit Jahren irgendwie vermisste – einen Plattenspieleler. Leider schaffte es das Musikfachhaus Thomann mir ein defektes Gerät zu schicken, aber hey, shit happens.

Parallel zu dieser retrospektiven und wahrscheinlich intensivsten Art des Musik-Hörens hat sich in der letzten Zeit allerdings ein ganz anderer Style bei mir durchgesetzt: Spotify. Noch vor 2 Jahren warst du der King mit einer extrem großen MP3-Sammlung. Heute ist mir nicht nur der Festplatten-Platz zu schade, es ist mir aus „Meine-Tochter-schmeißt-gerne-mal-Sachen-runter-Gründen“ auch einfach zu unsicher.

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Streaming ist das neue Zauberwort, das sich langsam aber sicher durchzusetzen scheint. Online-Radio scheint schon jetzt angestaubt. Zumindest wenn man die Möglichkeiten der neuen Streamingdienste wie Simfy oder Spotify zu schätzen gelernt hat. Das bekannte Erfolgsmodell Freemium zieht dabei neue Hörer an, die irgendwann einfach von der schlechten Werbung genervt sind und daher upgraden wollen.

Bei Spotify, das seit seiner Facebook-Integration auch in Deutschland langsam an Fahrt aufnimmt, gibt es allerdings noch eine weitere, richtig gute Zutat: Man kann auf seine Playlists mobil auch offline zugreifen. Und was will man mehr?

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Spotify wurde als Startup 2008 in Stockholm von Daniel Ek und Martin Lorentzongegründet und ist mittlerweile international der führende Streaming-Dienst für Musik. Konkurrenten wie Napster oder Simfy haben zwar ähnlich viele Titel im katalog, doch hat Spotify eine erfolgreichere Startegie. In Zeiten von Urheberechtsdebatten und illegalen Tauschbörsen wird so ein Dienst, der für das Premium-Angebot weniger als 10,00 € monatlich von seinen Kunden veranschlagt, natürlich relevant. Bereits 2009 hatte man eine Million User. Bis heute hat sich die Hörerschaft verzehnfacht.

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Spotify ist in 13 Ländern am Start. Tendenz: steigend. In Deutschland gab es natürlich vor dem Start erwartungsgemäß Probleme mit dem Hassobjekt deutscher Musiker schlechthin: der GEMA. Da Deutschland jedoch der drittgrößte Musikmarkt der Welt ist, führte an einer Offensive kein Weg vorbei. Während man bei Google noch nach einer Einigung zum Streit bzgl YouTube sucht, ist man bei den Schweden offenbahr einen Schritt weiter. Was die Künstler am Ende des Tages davon halten und verdienen, sei hier mal außen vor gelassen. Die Red Hot Chilli Peppers haben jedenfalls gerade einen Deal abgeschlossen, und Spotify prompt die Freigabe Ihrer kompletten Diskografie erteilt. Es bleibt abzuwarten, ob andere Weltkünstler diesem Beispiel folgen.

Der Fokus schrieb jüngst: „16 Millionen Songs finden sich beim Musikdienst Spotify: Wenn jedes Lied durchschnittlich drei Minuten dauert, entspricht das 800 000 Stunden Musik. Um alle Stücke anzuhören, bräuchte man mehr als 90 Jahre.“

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Das Team von Gründerszene.de hat sich anläßlich des Deutschlandstarts von Spotify mit Axel Bringéus, offiziell Direktor für internationales Wachstum, getroffen, und in einem spannenden Interview einmal nachgehakt. Die Frage, die sich am Ende des Tages stellt scheint mir jedenfalls folgende zu sein:

Sind die Deutschen schon bereit für Spotify?

Ich zähle zudem weiterhin auf die Dienste von SoundCloud und werde auch zukünftig mein Vinyl hören. Like a boss 😉

Meine Office Mugge-Playlists, die ich bei Spotify fortlaufend erweitere, gibt es hier:

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