Machine Hallucinations: Wie ki unsere Realität erweitern kann

Jeder Mensch ist ein Künstler, hat Joseph Beuys einmal gesagt. Aber wie verändert künstliche Intelligenz den Blick auf unsere Kreativität?

Mit der Hilfe von ChatGPT kann ich heute einfach ein Buch schreiben. Mit DALL-E und Midjourney kann ich neue Bilder erzeugen.

Aber ist das noch kreativ?

Und überhaupt: Ist das dann noch real?

Der internationale gefeierte Ki Künstler Refik Anadol zeigt uns in seinen Arbeiten, wie kürzlich im The Museum of Modern Art zu sehen, was schon möglich ist.

„MACHINE HALLUCINATIONS“ nennt er das. Neuronale Netzwerke, die selbstsändig neue Bilder produzieren.

1985 in der Türkei geboren, in den USA tätig, ist er der Pionier und Superstar der ki generierten Kunst.

Seine psychedelisch wirkenden Animationen sind „lebendige Gemälde“.

Die Maschine wird mit Millionen von Daten gefüttert, zum Beispiel von der Erdoberfläche, woraus datenbasierte maschinelle Lernalgorithmen immer neue dreidimensional erscheinende Räume ausbilden.

Spooky? Es geht noch weiter.

In einem zufälligen Rhythmus werden ständig neue Anordnungen mit immer wieder neuen Farbkonstellationen und Mustern generiert.

Es entstehen abstrakte Bilder aus sich bewegenden Linien, Flächen, Wellen oder Strudeln. Weil Anadol es vorgibt, die Maschine also trainiert.

In seinem TED-Talk weist er auf die Chancen von AI hin. So könnten wir durch die Kraft der künstlichen Intelligenz zum Beispiel die Natur digital abbilden, bevor es sie so nicht mehr gibt. Denken wir nun an die Korallenriffe vor Australiens Küste.

„Now lets imagine a living archive that we can walk into.“

Erweiterte digitale Realitäten werden uns auch in der Zukunft der Arbeit begegnen. ich bin sicher, wir werden irgendwann ganz natürlich im virtuellen Raum zusammenarbeiten.

Schon heute ist es z. B. problemlos möglich, einen digitalen Zwilling des Büros zu erstellen und sich darin als Avatare zu treffen.

Microsoft Mesh ermöglicht es uns schon heute – neuerdings auch über eine Verknüpfung mit Microsoft Teams.

Das mag gewöhnungsbedürftig sein, zeigt aber die neuen Optionen, die wir haben. Es geht nicht um ein „entweder oder“. Es ist ein „sowohl als auch“. Wir können uns physisch im Büro treffen und wir können virtuell kollaborieren. Die Frage ist: Was hilft wofür?

Die Kunst von Refik Anadol verdeutlicht durch die Visualisierungen, dass Digitalität keine andere Realität ist, sondern zu unserern Realität dazu gehört. Und daher auch so von uns mitgedacht werden sollte.

Der britische Schriftsteller William Gibson hat es einmal so formuliert:

„One of the things our grandchildren will find quaintest about us is that we distinguish the digital from the real.“

Die AI Art kann uns dazu einladen, optimistisch nach vorn zu denken. Wir müssen uns nur erst einmal inspirieren lassen – und uns nicht gleich wieder in pessimistische Skynet-Szenarien vergaloppieren.

In Las Vegas, auf der weltweit bestaunten „The Sphere“ aka „The world’s largest LED screen“, gab es kürzlich wieder Grund zum Staunen. Da präsentierte Anadol die neueste AI Data Art.

Ich glaube, es lohnt sich, optmistisch nach vorn zu schauen und künstliche Intelligenz zu nutzen, um kreativ zu sein, besser zusammenzuarbeiten und die eigene Realität so zu erweitern. Natürlich ohne naiv alles abzufeiern. Den kritischen Blick sollten wir uns bewahren.

Mehr über Refik Anadol gibt´s auch auif seinem Instagram Kanal.

Wie nutzt ihr ki bereits in eurer Arbeit?

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