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Vom Winde verweht. Unser Familienurlaub mit 3 Kindern auf der Insel Rügen

Nachdem wir im letzten Jahr keinen längeren Sommerurlaub, sondern mehrere Kurztrips gemacht hatten (Blog dazu) sollte es in diesem Jahr 1 Woche auf Deutschlands größte Insel gehen. Der erste Urlaub mit unseren 3 Töchtern stand bevor und das Wetter sollte sich als echte Herausforderung erweisen. Doch der Reihe nach.

Photo by Sascha Lichtenstein on Unsplash

Urlaub mit Baby? Zu fünft?

Erst im Januar war unsere jüngste Tochter auf die Welt gekommen und wir stellten uns anfangs die Frage, ob wir uns einen Urlaub mit Baby und 2 Kids, 5 und 9 Jahre alt, überhaupt „antun wollten“. Um es kurz zu machen, wir wollten. Auch weil meine Frau und ich mal wieder einen Tapetenwechsel brauchten. Und weil man den Kids natürlich auch ein Highlight bieten möchte. Schließlich sind doch solche Familienmomente das, woran man später als Erwachsener gern zurück erinnert.

Bei meiner alljährlichen Recherche nach einer passenden Destination googlete ich mich traditionell durch protzende Vergleichsportale und graumsam-schlimme Anbieter-Websites bis wir es immerhin auf einen geografischen Umreis eingrenzen konnten: die Insel Rügen. Hier waren wir im letzten Jahr bereits einmal gewesen, um den neuen Volvo Probe zu fahren. (Blog dazu)

Cruisen über die Insel: Traumhafte Bedingungen

Für Noch-Nicht-Eltern vielleicht wichtig zu wissen: Es gibt bei der Wahl des Urlaubsorts bei Familien 3 Killer-Faktoren, die idealerweise alle erfüllt werden sollten. Mindestens 2 davon bräuchten einen grünen Haken. Mit nur einem Treffer kann man den Urlaub gleich streichen.

  1. Wasser. Es muss gebadet werden können. Ob See, Meer oder sogar Pool ist zweitrangig. Hauptsache ein Sprung ins kühle Nass geht irgendwo irgendwie.
  2. Tiere. Einen Citytrip kann man mal machen, aber ein richtiger Urlaub muss Natur bieten, die man Kindern zeigen kann. Dazu gehören auch Tiere, am besten ein kleiner Streichelzoo.
  3. Action. Wenn es in Reichweite der Ferienwohnung keinen Spielplatz gibt dann kommt schnell gefährliche Langeweile auf. Das will man als Eltern nicht wirklich.

Für uns kam dann noch eine vierte Anforderung dazu: Wir wollten nicht mehr als 2,5 Stunden unterwegs sein, denn unsere Kinder hassen lange Autofahrten abgrundtief. Und das ist nicht untertrieben 🙂

Ich buchte eine Ferienwohnung in dem in Strandnähe gelegenen Ferienpark „Rugana“ im idyllischen Norden von Deutschlands größter Insel, direkt zwischen der Insel Hiddensee und Kap Arkona.

3/3 Punkte?

Abseits des typischen Massentourismus lockten hier die Ostsee und eine Schwimmhalle mit Sauna (Punkt 1), ein Naturschutzgebiet und ein kleiner Streichelzoo (Punkt 2), Spielplätze, Fahrradverleih und Minigolf (Punkt 3) und eine Reisezeit von unter 3 Stunden. Außerdem wollte man uns Babybett und -stuhl bereit stellen. Klang fast zu schön, um wahr zu sein.

Feriendorf Rugana am Bakenberg: Unaufgeregt Urlaub machen.

Für den Anreisetag hatten wir uns natürlich ausgerechnet den heißesten Tag des Jahres ausgesucht. Bei 37 Grad kamen wir auf der Insel an und besuchten nach einer kurzen Verschnaufpause erst einmal den wunderschönen Nordstrand.

Man fühlt sich im „wilden Norden Rügens“ tatsächlich ein bißchen wie in Dänemark. Alles ruhig, keine Hektik, take it easy.

Tag 1: Erstmal die Lage peilen

Am nächsten Morgen holten K2 und ich erstmal frische Brötchen vom Bäcker. Nach einem kräftigen Frühstück ging es erstmal auf Erkundungstour in unserem Feriendorf.

Edge: Aber richtig!

Die Entscheidung, ob ich, wie schon in einigen Familienurlauben zuvor, auf mein Handy verzichten wollte, stellte sich übrigens gar nicht.

Erste Schauer auf dem Erdbeerhof

Am nächsten Tag war das Wetter dann schon deutlich frischer. Ich hatte mir optimistischerweise naiverweise gar keine lange Hose eingepackt. Meine Frau hatte natürlich in Ihrer Weitsicht die passende Kleidung für sich und die Kids dabei. Wir fuhren also nach Zierkow zum Erdbeerhof von Karls, weil da auch immer was indoor geht zur Not, und zur Großen Freude der Kinder gab es mit Reifenrutsche und Pfannkuchenschleuder sogar zwei Attraktionen, die sie aus Rövershagen noch nicht kannten.

K3 meint: Freizeitpark? Mir doch egal. Hauptsache die Buddel is` voll.

Es war mit 17 Grad auch deutlich kühler an dem Tag und dazu extrem windig. Gegen Mittag setzte dann auch noch Regen ein. Die Damen natürlich in entsprechenden Hosen und Jacken. Ich eher so:

Also ab nach Hause in die FeWo, wo meine Frau erstmal die Heizung aufdrehte. Anfang Juli! 😉

Baby staunt und lernt

Für K3 war das natürlich alles total spannend. Der erste Urlaub, das erste Mal auf einer Insel, das erste Mal in einem Hochstuhl mit am Tisch sitzen 😉

Minigolf, Konflikte und Ablenkungen

Tag 4 wurde dann ein lazy Chilltag. Morgens zockten wir mit den Kids eine Runde Minigolf und mussten uns gleich wieder als Mediatoren beweisen. Die 5-Jährige ist natürlich ehrgeizig und möchte ihrer großen Schwester in Nichts Nachstehen. Da allerdings die Große einen Hang dazu entwickelt, ihre Putt Ins ausgiebig zu feiern, kam bei K2 Frust auf.

Streit und Ärger gibt es natürlich auch im Familienurlaub. Schließlich ist es eine seltene Konstellation für alle. Im Alltag geht man zur Arbeit, die Kids sind in Schule und Kindergarten und Nachmittags oder Abends sieht man sich wieder. Im Urlaub müssen sich alle neu aufeinander einstellen. Das funktioniert natürlich nicht ohne Reibung.

Gut, wenn man ein Set Straßenmalkreide am Bord hat. Gemeinsam kreativ zu werden ist immer noch eine willkommene Abwechslung für unsere Kids, die ja aus meiner Erfahrung nicht immer direkt offen für Kompromisse sind 😉

Auf Plastestühlen im Zelt: Kino auf dem Lande

Abends besuchte ich mit K1 und K2 das Ostseekino. Was irgendwie sympathisch klingt war irgendwas zwischen pragmatisch und chaotisch. Die Mädels wollten unbedingt den Pokemon-Film am Nachmittag sehen und das Wetter sich mehr und mehr auf Frühherbst eingroovte schien Kino eine gute Option zu sein. Wir nahmen auf weißen Plastikstühlen Platz in einem Zelt, durch das der Wind zog wie nix Gutes. Dort saßen wir und warteten auf den Start, doch nichts passierte. Nach einer Viertelstunde machte sich Unmut breit bei K1 und K2.

„Was ist denn nun Papa? Wann geht´s denn endlich los? Ich kann nicht mehr sitzen!“ „Wird schon jeden Moment losgehen,“ versuchte ich die Kids zu vertrösten. „Schaut doch nochmal den Trailer auf YouTube.“

Aber da ich keinen Empfang hatte war natürlich nicht mal daran zu denken, eine WhatsApp-Sprachnachricht an Mama zu versenden. Nach 30 Minuten suchte ich den Filmvorführer, der irgendwo im Hinterbereich am Machen und Tun war. Technische Probleme. Na wunderbar.

Und ich so:

Nach fast 45 Minuten ging es dann kommentarlos einfach los. Krisenkommunikation frei nach dem Motto: Wenn wir jetzt nichts sagen, kann darauf ja auch keiner reagieren. Die Kinder hatten ihr Popcorn längst aufgegessen und ihre Fanta bereits im beigegefliesten Sanitärbereich „zurückgegeben“. Ich atmete durch, nippte an meinem lauwarmen Lübzer und dachte mir: „Ach komm, ist Urlaub. Was soll`s.“

Tag 5: Zu Gast im Galileo-Experimente-Museum

Schon morgens schob ein Sturm dicke, graue Regenwolken über die Insel, so dass wir unseren geplanten Trip in den Dinosaurierpark verschieben mussten. Stattdessen fuhren wir zur Indoor-Experimente-Attraktion in Prora. Hier konnte man mit den Kids verschiedene technische Experimente durchführen und dabei auch noch etwas lernen. Auch der Spaß kam nicht zu kurz bei Klassikern wie den gekrümmten Spiegeln.

Besonders gut fanden unsere Kinder die Edelsteinsuche und das Goldschürfen. Weniger gut kam bei mir an, dass man die zweite Etage der Ausstellungen nicht mit dem Kinderwagen per Fahrstuhl erreichen konnte. Dazu kam das doch ziemlich oldschool anmutende Angebot der Zahlungsweisen.

Anschließend schlenderten wir noch über die verregnete Seepromenade im benachbarten Binz, trauten uns den Besuch eines Burgerlokals trotz mit Kindern und checkten die Seebrücke aus.

Den letzten Tag verbrachten wir dann nochmal ganz entspannt bei uns am Nordstrand. Wobei meine Frau und ich uns wieder aufteilten, da Baby des öfteren ihre Naps macht und daher einer ruhigeren Tagesgestaltung bedarf.

Sicher, ich hätte mir gern noch Hiddensee, Kap Arkona und die KDF-Dokumentation in Prora angesehen, aber: das mache ich lieber mal in Ruhe 🙂 Denn eins ist klar, Familienurlaub bedeutet in erster Linie: einen gemeinsamen Nenner finden. Rügen hat natürlich viel zu bieten. Da lohnt es sich schon noch mal wieder zu kommen.

Wir hätten uns am Ende natürlich mehr Sommerwetter gewünscht, sind aber auch froh, diese intensive Woche mit den Kids, und zum ersten Mal allen 3, gehabt zu haben. Das schweißt schon zusammen. Die Fotos und kleinen Mitbringsel der Kids werden die Erinnerung lebendig halten. Und irgendwann werden wir uns einen anderen Teil der grünen Insel anschauen. Soviel steht fest.


Wie sieht es bei euch in diesem Sommer aus? Wo geht es mit der Family hin? Schreibt mir gern einen Kommentar. Bin gespannt.

Weitere Blogs über Familienurlaube auf Mallorca, Dänemark und mehr gibt es hier.

7 Kommentare

  1. Moin,
    Wir machen grad unseren Sommerurlaub in unserem geliebten Rostock – und haben natürlich ähnliches Wetter, wie Du weißt 😂 den extra gekauften UV-Schutzanzug für den Strand zieht die Maus aber definitiv noch an. Unter ihren Softshellanzug 🤣.
    Sonst ist der Urlaub auch dank Omas Kinderbetreuung ganz nett #theater #essengehen.

    Lg Anny

    Gefällt 2 Personen

  2. Wir nehmen Ende Juli wieder ca. 10 Stunden Autofahrt auf uns wie schon letztes Jahr. Dann testen wir das neue Center Parcs im Allgäu. Nachdem letztes Jahr die Eifel eine einzige Enttäuschung war, versuchen wir es trotzdem nochmal.

    Gefällt 2 Personen

  3. Hallo Gabriel, danke das du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt und ich muss zugeben Rügen ist toll.
    Aber aus der Mitte DE und mitb2 Kindern (die lange Fahrten nicht lieben) nicht ideal.

    Wir sind dieses Jahr wieder an der Lübecker Bucht und genießen den Strand ⛱️ Urlaub und Karls Erdbeer Hof, auch wenn wir wohl nicht so oft zum Vollbaden in unserer geliebten Ostsee kommen werden ( her kalte 16 Grad)

    Gefällt 2 Personen

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